Refit Matilda² 

Hier gibt es alles rund um das Thema Refit von Matilda²

- Service Außenbordmotor
- Unterwasserschiff und Installation Motor
- Reinigung/Imprägnierung Sprayhood und Kuchenbude
- Krantermin
- Nasszelle aufhübschen
- Elektronik muss sein
- Ein paar weitere Maßnahmen
- Außenborder Beiboot
- Namensänderung
- Umbau Außenborder

Januar 2025: Service Außenbordmotor

Bevor die Arbeiten am Boot starten können, werden die Wintermonate für den Service und den Umbau auf Fernschaltung des Außenbordmotors genutzt. 
Bei dem Außenborder handelt es sich um einen Yamaha F9.9 AM Langschaft mit Schubpropeller. Der letzte Service wurde im Jahr 2021 durch einen "professionellen" Servicebetrieb durchgeführt.
Das "Professionell" habe ich mit Absicht in Gänsefüßchen geschrieben, da mir leider beim jetzigen Service aufgefallen ist, dass nicht wirklich viel bei dem Service aus professioneller Hand gemacht wurde. Es scheint so, dass lediglich Motor- und Getriebeöl gewechselt wurden.  Der Impeller, der Ölfilter, die Anode, der Benzinfilter und die Zündkerzen waren noch die Alten.
Bei dem Service aus eigener Hand wurde ein Wartungspaket, speziell für diesen Motor, bestellt und eingebaut. Zu den Maßnahmen gehören die Erneuerung von: Benzinfilter, Ölfilter, Impeller, Motoröl, Getriebeöl, Opferanode, Splint vom Propeller. Zusätzlich wurde der 12l Stahltank gereinigt und der Benzinpumpball erneuert.
Da die Bedienung des Motors immer sehr schwierig war, wurde auch die Schaltung auf eine externe Schaltbox umgebaut.

08. März 2025: Unterwasserschiff und Installation Motor

Anfang März bin ich dann seit langem wieder zu Matilda² nach Sloten/Friesland/NL gefahren. Hier hat mich eine seeeehhhrrr schmutzige Sprayhood und Kuchenbude empfangen. Die Reinigung der Sprayhood und Kuchenbude wird im nächsten Artikel bearbeitet. Eigentlich bin ich zum Auffrischen des Unterwasseranstriches hier hin gefahren. Nach einmaligen streichen des Primers wurden zwei Schichten Antifouling aufgetragen. Alles in allem hat es sehr gut geklappt und alle Anstriche waren an einem Tag möglich. Als Antifouling wurde natürlich eines verwendet, welches in den Niederlanden zugelassen ist. Zusätzlich wurde noch der auf Fernschaltung umgebaute Außenborder montiert. Ach ja, eine neue Pinne wurde auch noch verbaut, da die alte morsch gewesen ist. Jetzt muss noch alles gereinigt und geprüft werden und dann geht es am 04.04.2025 ins Wasser.

25. März 2025: Reinigung/Imprägnierung Sprayhood und Kuchenbude

Die laaaange fällige Reinigung und Imprägnierung der Sprayhood und der Kuchenbude steht an.

Wenn man sich den Zustand anschaut kann man sich zurecht fragen, ob sich das Aufarbeiten noch lohnt. Aber der Ehrgeiz ist da und das Angebot über eine neue Sprayhood und Kuchenbude leider nicht attraktiv. Also, Ärmel hoch und los...

Mit dem richtigen Reiniger und viel Zeit kann sich das Ergebnis aber tatsächlich sehen lassen!

Zum Schluss wurde noch imprägniert und jetzt wird sich auf den Krantermin am 04.04.2025 gefreut. Dann können die fast neue Sprayhood und Kuchenbude montiert werden.

03. April - 05. April 2025 Krantermin

Es liegen zwei sehr ereignisreiche Tage hinter mir. Am Donnerstag bin ich bei Matilda², welche noch an Land lag, angekommen. Als erstes musste die Batterie angeschlossen werden, damit ich wenigstens ein bisschen Licht habe. Das Licht brauchte ich dann auch, damit ich noch bis 00:00 Uhr das Innere des Bootes putzen konnte. Die erste Nacht war ohne 230V und dementsprechend ohne Heizung seeeehhhrrr kalt. Aber der Kaffee und der Ausblick am frühen Morgen haben einiges wett gemacht.

Dann hieß es Ärmel hochkrempeln und ran an die Arbeit. Damit um 13:00 Uhr gekrant werden konnte, mussten noch einige Vorbereitungen getroffen werden. Dazu gehörten:

  • Motormontageplatte tauschen
  • Leinen und Fender vorbereiten
  • Rumpf reinigen, was übrigens mit einem Akku Hochdruckreiniger super ging
  • Rumpf von Hand polieren
  • Rumpf wachsen

Puh, das war einiges, aber hat irgendwie dann alles geklappt. Lediglich die Namensänderung am Rumpf steht noch aus.

Dann ging es endlich zum Kran. Aber auch die Anspannung wurde immer größer. "Ist das Boot dicht, funzt der Motor, komme ich alleine in die Box...."

Juhuuuu, es hat alles geklappt. Nur leider ist bei der Montage die Sprayhood gerissen und die Kuchenbude konnte nicht montiert werden, da die Reißverschlüsse nicht so wollten wie ich. Diese sind nach dem zuziehen immer wieder los gegangen. Hier muss irgendeine andere Lösung her, also alles wieder eingepackt und mit nach Hause genommen. Wir konnten auch noch nicht in unseren Zielhafen übersetzen, da dieser noch ausgebaggert wird. Somit sind wir erst noch in Sloten geblieben und setzen voraussichtlich am 12.04.2025 nach Oosterzee über.

01. - 03. Mai 2025 Nasszelle aufhübschen

An unserem Männerwochenende habe ich mir mit meinem Sohn mal die Nasszelle (wohl eher Kloräumchen) vorgenommen. Die vorhandene Version ist nicht wirklich ansehnlich.

Der Anfang ist gemacht und die Wände sind jetzt wenigstens mal weiß.

Der neue Lokus hat jetzt auch seinen Platz gefunden, nachdem ein Boden aus Siebdruckplatte eingesetzt wurde. Das war nötig, damit der Boden eine Ebene hat. Nur so kann man den Lokus ordentlich hinstellen.

Ich denke, dass noch eine Schicht Farbe beim nächsten mal aufgetragen werden muss.


23. - 24. Mai 2025 Elektronik muss sein

Reparierte Sprayhood und Kuchenbude

Endlich konnten die reparierte Sprayhood und Kuchenbude wieder montiert werden. Einige Nähte waren gerissen und die Reißverschlüsse wollten nicht mehr. Damit auch im Cockpit die Steckdose eingebaut werden konnte, war die Kuchenbude bei dem Regenwetter gold wert.

Landanschluss Cockpit

Diese Steckdose wurde im Cockpit montiert, damit die offene Luke bei Landstrom-verbindung endlich ein Ende hat.

Funkgerät und Laderegler

Das Funkgerät, welches leider noch nicht angemeldet ist, und der Laderegler haben auch ihren Platz gefunden. Bleibt noch das Montieren eines Solarpanels und einer Funkantenne aus. Vor diesen beiden Arbeiten drücke ich mich ein bisschen wegen der Leitungsverlegerei und des Mastlegens.

Ein paar weitere Maßnahmen

Nach unserem wohlverdienten Familienurlaub habe ich mich am 09. August 2025 auf den Weg zum Hafen gemacht, um noch ein paar Dinge einzubauen, die sich langsam Zuhause angesammelt haben. Am 11.08.2025 ging es dann nach einem Konzert am Vorabend in Sneek wieder nach Hause.

Lampen demontiert

Die alten Lampen waren wirklich nicht mehr ansehnlich und haben auch nur ab und zu funktioniert. Also habe ich die drei alten Lampen demontiert, um diese durch neue zu ersetzen.

Neue Lampen

Mit viel Glück passten die neuen Lampen und konnten somit relativ einfach und zügig montiert werden. Die Lichtfarbe ist leider etwas kühler als bei den alten Lampen, aber die Lichtausbeute ist super und ich denke, dass man sich daran gewöhnt. Eine alte Lampe über der Nasszelle ist auch geblieben, so dass diese als indirekte Beleuchtung genutzt werden kann, wenn die neuen Lampen zu hell sind.

Solarpanel

Damit meine Batterie unterwegs geladen werden kann war ein Solarpanel nötig. In meinem Fall habe ich ein flexibles 130 W Panel genommen, welches nicht fest montiert wird, da ich keines in einer passenden Größe gefunden habe. Damit ich das Panel abbauen kann, wenn es nicht zwingend benötigt wird, habe ich eine Dachdurchführung für das Panel installiert. Dadurch müssen die Leitungen nicht fest verbaut und können per Stecker wieder getrennt werden. Zusätzlich gibt es noch einen Y-Verteiler, damit bei Bedarf ein weiteres Panel angeschlossen werden könnte.

Endlich Wasser

Da ich mich sehr schwer mit der Wasserversorgung an Bord getan habe, nenne ich diesen Beitrag "Endlich Wasser". Zuerst hatte ich einen 100l Wassersack im Vorschiff, welcher aber ständig undicht war. Danach habe ich einen Faltkanister mit Handpumpe installiert -> dabei hat man sich aber schon beim ersten benutzen müde gepumpt. Jetzt bin ich über eine Wasserflaschen Pumpe gestolpert, die mit Akku betrieben ist. Diese pumpt aus einem unter der Pumpe stehenden Kanister das Wasser hoch. Die zwei Tage an Bord hat diese Pumpe wunderbar funktioniert und Spaß gemacht.

Außenborder Beiboot

Als Außenborder für das Beiboot habe ich einen etwas in die Jahre gekommenen 4PS-Zweitakter von Mercury. Dieser Motor ist eigentlich mega zuverlässig, aber letztens ist er einfach mehrmals mitten auf dem Tjeukemeer ausgegangen. Sobald der Motor warm ist, nimmt er kein Gas mehr an und geht aus. Hört sich dann manchmal so an, als ob er sich verschluckt. Also habe ich den Motor mit nach Hause genommen und einige Maßnahmen durchgeführt.

Hier bin ich mit den Kindern auf dem Tjeukemeer unterwegs. Der Motor ist ein paar mal ausgegangen, aber es war Gottseidank nicht so viel Wind, so dass wir nach erneutem Starten des Motors mit Standgas zurückfahren konnten. Bei dem Wetter wäre es zur Not auch noch mit den Paddeln gegangen. Ein paar Tage später bin ich nochmals bei viel Wind rausgefahren, zum den Motor zu testen. Erst war alles supi aber dann ging der Motor wieder aus. Diesmal viel Wind, einige Startversuche sind gescheitert, Herzklopfen und paddeln war angesagt -> dadurch noch mehr Herzklopfen. An Fotos war dabei leider nicht zu denken. Bin aber letztendlich wieder gut im Hafen angekommen und habe den Motor dann abgebaut und mit nach Hause genommen.

Zuhause habe ich dann einige Sachen gereinigt und erneuert. Als erstes habe ich den alten Sprit runtergelassen, den Tank gereinigt und direkt neuen Sprit eingefüllt. Als nächstes wurde der Wasserabscheider vom Benzinhahn gereinigt und der Benzinfilter erneuert. Daraufhin habe ich den Benzinfluss kontrolliert, welcher bis zum Vergaser ganz gut aussah. Den Vergaser habe ich auch komplett demontiert, gereinigt und wieder montiert. Dieser muss im nächsten Schritt beim Probelauf noch eingestellt werden. Zu guter Letzt habe ich die Zündkerze noch erneuert, obwohl das Zündkerzenbild ganz ok aussah.
Als nächstes muss der Motor jetzt noch getestet werden, nachdem ich mir überlegt habe, wie ich die Kühlwasserzufuhr hier Zuhause hin bekomme.


Namensänderung

Emmis adé

Auch wenn wir eine wunderschöne Zeit hatten, wurde es doch allerhöchste Eisenbahn, ein neues Kapitel für das Boot zu schreiben. Den Namen Emmis  hatte das Boot mittlerweile seit 44 Jahren und jetzt das! Der alte Name kommt runter, auch wenn er sich ein bisschen sträubt. Das Emmis als Schriftzug schon zum Boot gehört, sieht man an dem unberührten Gelbton, der unter dem über vierzig Jahre alten Schriftzug schlummert.

Hallo Matilda² 

"Goodbye alter Name, hello zu neuen Abenteuern"!
Aus Emmis wird Matilda², obwohl wir ja eine sehr positive gemeinsame Vergangenheit mit zwei zusätzlichen Eignern haben wollte ich trotzdem einen Neuanfang mit neuem Namen machen. Der Name Matilda² kommt von meinem ersten eigenen Boot (eine Leisure 17) namens Matilda. Da mich dieses Boot und die Zeit immens geprägt haben, will ich mit Matilda² die Geschichte weiterführen.


An dieser Stelle nochmals einen ganz herzlichen Dank an LESEDACKEL für die wunderschönen Buchstaben!

Heimathafen

Der Vollständigkeit halber wurde auch endlich der Heimathafen hinten am Heck angebracht. Obwohl Emmis/Matilda² schon seit ca. 7-8 Jahren nicht mehr in ihrem ersten Heimathafen Zuhause war, war dieser immer noch am Heck angebracht. Also, endlich mal den Ehrgeiz gepackt und auch das geändert.

Kurze Geschichte aus den Traditionen der Seefahrt

Normalerweise ist eine Namensänderung eines Bootes in der Geschichte der Seefahrt ein Tabu, da es Unglück bringen soll. Aber....
Es besteht die Möglichkeit, die Meeresgeister, in diesem Fall Neptun, mit einer gewissen Zeremonie zu informieren bzw. zu besänftigen. Die Zeremonie muss folgendermaßen durchgeführt werden:

Der sogenannte "alte" Macoui muss weg und durch den Neuen ersetzt werden. Der Macoui ist eine Schlange, welche den Namen des Bootes trägt, im Kielwasser des Bootes lebt und es in allen Lagen beschützt. Da der Macoui den Namen des Bootes trägt, muss er im Zuge einer Namensänderung "getötet" und durch den Macoui mit dem neuen Namen ersetzt werden. Entfernen kann man den alten Macoui durch das dreimalige Kreuzen des eigenen Kielwassers und einen Schluck des eigenen liebsten alkoholischen Getränkes im Anschluss. Dann ist der Macoui zu betrunken, um das Boot wiederzufinden und der neue Macoui hat Zeit, sich entspannt an das Boot mit dem neuen Namen anzuhängen. Zum Schluss wird auch Neptun mit einem großzügigen Schluck des Getränkes besänftigt.

Da wir diese Zeremonie noch nicht durchgeführt haben, hoffen wir, dass das Boot bis zum nächsten Besuch heile bleibt. Ein bisschen Pech hatte ich ja schon, als ich beim letzten Verlassen des Bootes mein gekochtes Ei auf dem Boot vergessen habe. Ich hoffe, dass mich ein nicht zu extremer Geruch erwartet....

Umbau Außenborder

Ausgangszustand

Der Außenborder war hinter dem Ruder mittschiffs angebracht. Der Einbauort birgt einige Nachteile: Motor ist schwer erreichbar, Das Gewicht zieht das Boot über den langen Hebelarm hinten runter, bei Rückwärtsfahrt wird das Ruder direkt angestrahlt und daher kann bei Rückwärtsfahrt nicht gesteuert werden. Also, musste eine Alternative her.

Neuer Zustand

Es wurde ein Plan gemacht und dieser Ort als neuer Einbauort bestimmt. Die Bohrungen im Boot waren zum Glück schon vorhanden, da das anscheinend die originalen Aufnahmepunkte für den Außenborder sind. Damit der Motor hochgeschwenkt werden kann, musste leider ein kleines Stück von der Badeplattform weichen. Der Umbau hat ca. 6 Stunden gedauert, da einem das ein oder andere Mal eine weitere Hand zum festhalten, schrauben etc. fehlt. Aber alles in allem hat es gut geklappt.

Gewöhnungsbedürftig

Die Ansicht des Motors an der Seite ist meiner Meinung nach sehr gewöhnungs- bedürftig. Ich finde, dass es irgendwie merkwürdig aussieht. Aaabbbeerr, das ist es wert. Die Probefahrt hat gezeigt, dass sich das Boot so viel besser manövrieren lässt und ich kann in Rückwärtsfahrt endlich steuern 💪. Für enge Manöver ist der Motor auch gut erreichbar, um diesen von Hand zu drehen. Somit ist auch das "Drehen auf dem Teller" möglich. Allerdings muss der Motor bei Geradeausfahrt leicht nach Backbord verdreht werden, da das Boot bei geradem Motor ein bisschen nach Steuerbord "zieht".

Noch ein Vorteil

Was nach dem Umbau aufgefallen ist, ich kann endlich rückwärts in der Box anlegen. Vorher war der Abstand zum Steg zu groß und die Dalben am Vorschiff dann parallel zu den Klampen. Also war es zum Einen fast unmöglich auf den Steg über zu steigen und zum Anderen war das Boot dann eh zu weit vorne in der Box, so dass man es nicht vernünftig fest machen konnte. Jetzt hat sich der Abstand so stark verringert, dass es klappt. Das macht das Übersteigen auf das Boot und das Übergeben des Gepäcks, Proviants usw. so viel einfacher.